
Ich fahre seit fünf Jahren regelmäßig nach Kenya, in die Region Mombasa. Während meiner letzten Aufenthalte besuchte ich diverse Frauen NGO’s und machte ein Praktikum bei der Organisation Solwodi (Solidarity with women in distress), welche zum Thema Commercial Sexworkers arbeiten. Ein weiteres Praktikum macht ich in einer Klinik, in der speziell für Prostituierte HIV Tests, Gesundheitschecks, sowie kostenlose Behandlungen durchgeführt werden.
Durch diese Praktika und meine Treffen mit den unterschiedlichen Frauenorganisationen, konnte ich mir ein recht umfassendes Bild, zu der sozialen und politischen Situation der Frauen und auch Kinder, machen. Viele Frauen und Mädchen haben keine oder nur geringfügige Schulausbildung und sind dadurch oft gezwungen in der Prostitution tätig zu sein (auch aus fehlenden Alternativen).
In Kenya sind, durch die Unterstützung von öffentlichen Geldern, in den letzten Jahren zwar einige NGO’s und Projekte entstanden, jedoch hat sich die ökonomische Situation in den letzten Jahren drastisch verschlechtert. Dies ist sicherlich begründet durch die politische Lage des Landes und auch Ost-Afrikas, sowie durch die stark ansteigenden Infizierungen mit HIV/Aids.
In den beiden Städten, Nairobi und Mombasa, leben enorm viele Obdachlose Frauen und Kinder. Die Frauen mit ihren Kindern sind oftmals Flüchtlinge aus den benachbarten Krisenländern: Somalia, Sudan, Ruanda, Äthiopien; oder aber verwitwet und ohne eigenes Einkommen. Die Kinder wiederum sind zum größten Teil Waisen oder aus der Familie ausgestoßen, z.B. weil die Familie zu wenig Geld hat sie zu versorgen.
Nun zu meiner Vorstellung eines Projektes:
Ich würde gerne in Verbindung mit NGO’s, in Mombasa ein Frauenhaus eröffnen.
Hier sollen Obdachlose Frauen mit ihren Kindern Zuflucht finden und sich jeweils als „Leihmütter“, für einen begrenzten Zeitraum, um 1-2 Straßenkinder kümmern.
In diesem Hausprojekt werden dann die Frauen und Kinder mit Medizin, Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Kleidung versorgt. Innerhalb von zwei Jahren, würden die Frauen dann verschiedene Bildungsangebote durchlaufen, wie z.B. schreiben, lesen, rechnen, Englisch lernen (abhängig von ihren Vorkenntnissen).
Nach dieser Zeit, können die Frauen dann verschiedene Praktika durchlaufen, um herauszufinden, welche Tätigkeit ihnen am meisten liegt. Es wird kleine Werkstätten geben, in denen die Frauen verschiedene Handwerke ausprobieren können, mit dem Fernziel das sich kleine Gruppen zusammen schließen um sich schlussendlich selbstständig machen zu können.
Für folgende Handwerke habe ich schon recherchiert und Kontakte geschlossen:
- Schustern; Es gibt schon eine kleine Schusterei, die aus verschiedenem Material Schuhe anfertigt. Sandalen und auch Slipper, welche mit Perlen und Muscheln bestickt werden.
- Nähen und bedrucken von Kleidung etc.
- Herstellung von Pflanzen Heilmitteln (z.B. Tee, Seifen, Kräutertinkturen) Zunächst wird eine Professorin für Heilkräutermedizin, ein Buch erstellen, indem verschiedene Heilkräuterpflanzen vorgestellt und kleine Rezepturen beschrieben werden.
- Die Herstellung von Solarkochern und die Fähigkeit diese auch reparieren zu können, um sich z.B. mit Garküchen selbstständig zu machen oder auch Solarkocher anderweitig verkaufen und aufstellen zu können
Für alle oben genannten Handwerke und Tätigkeiten, habe ich die letzten Male meiner Aufenthalte, Kontakte geknüpft mit Menschen die uns Tatkräftig unterstützen und ihr Wissen gerne zur Verfügung stellen würden.
Für die Straßenkinder wiederum gäbe es Kontakte zu einer Organisation, die anfangen würde zu recherchieren, ob diese Kinder tatsächlich Waisen sind oder ob es noch Eltern bzw. Verwandte gibt. Falls dies der Fall ist kommt es dann zu einer „Familien Zusammenführung“, wobei geklärt würde aus welchen Gründen die Kinder auf der Straße leben und ob man, durch Unterstützung und Begleitung, diese Gründe aus dem Weg räumen kann. Sollte dies nicht möglich sein, wird nach andern Alternativen gesucht.
Meine Zusammenarbeit und Vernetzung in Kenya / Mombasa besteht derzeit mit folgenden Organisationen und Einzel Menschen:
- Solwodi (Solidarity with women in distress)
- Solgidi (Solidarity with girls in distress)
- Coastwomen Forum
- Women Network centre
- FIDA (federation of Women Lawyes)
- Mr. Francis Kashorgo (Ganjoni Clinic)
- Osman Ali Ondwasi (Volunteer für Straßenkinder)